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 | Einiges Nachdenkliche und Poetische |
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Freud und Leid
Was Dir der Schmerz, die Wunden waren, das fühlst Du schmerzlich auch noch heut. Von Weh und Ach, nach so viel Jahren, hast Du Dich immer noch nicht ganz befreit.
Was Dir der Schmerz, die Wunden sind, ahnst Du, seitdem Du Liebe schenken lerntest. Denn was Dir fehlte, niemand gab als Kind, ist was als Frucht im Geben Du heut erntest.
Was Dir der Schmerz, die Wunden werden, hineingegossen ins tief Wandelnde der Zeit, wird Dir im Mitgefühl für andre hier auf Erden ein unwägbarer Schatz für Zeit und Ewigkeit.
Was Dir die Freud, der Frohsinn waren, ging Dir verloren, als Du lagst gefangen im Weh und Ach vor so viel Jahren, welch Glück, dass sie nicht ganz gegangen.
Was Dir die Freud, der Frohsinn sind, das wag ich unverblümt Dir jetzt zu sagen: sie sind Dein Quell der Leichtigkeit, wie Wind, der über Klippen weg in Lüften Dich kann tragen.
Was Dir die Freud, der Frohsinn werden, ist wahrlich eine Perle, die Dein Wesen ziert. Und wenn einst finstre Mächte sich gebärden, bist Du´s, die Freud und Frohsinn nicht verliert.
Eigenes Gedicht
Ein Gott in Dir
Bedenke, dass ein Gott in deinem Leibe wohnt, Und vor Entweihung sei der Tempel stets verschont. Du kränkst den Gott in dir, wenn du den Lüsten frönest, Und mehr noch, wenn du in verkehrter Selbstqual stöhnest. Gott stieg herab, die Welt zu schaun mit deinem Augen; Ihm sollst du Opferduft mit reinen Sinnen saugen. Er ist, der in dir schaut und fühlt und denkt und spricht; Drum was du schaust, fühlst, denkst und sprichst, sei göttlich licht.
Friedrich Rückert
Verborgen etwas Gutes
Wenn bei dir die Krankheit blüht, betracht sie ruhigen Mutes, denn in ihrer Blüt sie hält verborgen etwas Gutes. Jede Blüte weicht zurück, wenn erst die Frucht entstanden, mit ihr ist dann ein neuer Wert im Leben Dir vorhanden.
Rainer Körner
Eigenes Gedicht über die Hawaianische Tempelmassage Lomi Nui:
Heilsame Berührung
Heilig achtungsvolle Sphäre gestaltet fein sich im Gemüte, die wie eine goldne Ähre sich erhebt aus edler Blüte.
Jene Blüte ist die Herzensstille, die den Raum zum Tempel weihte, und in ihm ahnst atmend Du die Fülle, die mit Andacht ich Dir jetzt bereite.
Bereits im Herzen durft´ ich Dich berühren, als zum Gruß ich Dir die Hand darreichte, und im Blicke Dein durft´ ich erspüren, dass Dein Vertrau´n mich schon erreichte.
Hat meines Herzens stille Macht ein schützendes Gewand Dir fein gewebt, das über Deine Bloßheit wacht, wenn Du die Kleiderhülle abgelegt,
fühlst so geborgen Du Dich wohl bereitet für die Guttat, die aus meiner Seelenfülle zu der Deinigen hinüber schreitet, auf dass sie Dich erneut einhülle.
Dein Vertrauen weitet meine Adern, damit sie mir die Händ´ erwärmen, - Deine Vorfreud´ schmelzet jedes Hadern und Strahlen ziehen aus in Schwärmen
durch meine Finger, die so gern mit Dir, mit Deinem Leib sich woll´n verbinden, um in der Seel´ zu öffnen eine Tür, darin Du Sinnenfreude mögest finden.
Die Sinnenfreud´, die schöpferisch ich Dir erwecke, ist eine Quelle unermesslich lichter Kraft, die unter schützend, aber fast erstarrter Decke sich mächtig regend neuen Geist erschafft.
Jene Rinde, die sich um Dein Innerstes noch schnürt, schmilzt nicht allein von meiner Hände Glut, doch wird sie weich, weil Du im Innern hast erspürt, dass göttlich reines Licht im Herz Dir ruht.
Und wenn die Lichtkraft erst mit bangem Zagen Deinen Leib und Deine Seele warm durchflutet, so konnte diesen Schritt die Seel´ doch wagen, weil all ihr, Weh und Ach, in meiner Obhut ruhtet,
als in heilender Verwandlung ihr erneut empor ins fühlende Gewahrsein schmerzlich stiegt, und dann, des Herzens Wehklag noch im Ohr, die Liebe zu Dir selbst Dein Dunkel hat besiegt.
Solange dieser Lichtkeim in Dir sich zart noch regt, solang er ängstlich zitternd wie ein loses Blatt im Wind sich immer wieder schutzbedürftig niederlegt in warme Hände und Umfangensein, fast wie ein Kind,
das auch des Schutzes, der Geborgenheit bedarf, die es im Leid bei Vater oder Mutter leichthin findet, solange will die Rinde, die Dir das Leben überwarf, die harte Schale, die allmählich schwindet,
ich Dir ersetzen mit der Liebe lebendig warmer Hände, da doch der Keim verborgen Dir im innersten Gemüte noch klein und zart bedarf des Schutzes starker Wände, bis er heranwuchs zu vollendeter Gestalt der Blüte.
Und auch die Blüte ist ein feines, zärtliches Gebilde, die leicht bei grimmem Frost und rauem Reif erzittert, die im Sturmwind preisgibt ihre Pracht und Milde, wenn sie beim Öffnen schon so heftig wird erschüttert.
Wie ein Glassturz, den ein liebevoller Gärtnersgselle seinen Pflänzchen überstülpt, damit die Glut der Sonne dem feinen Blütenzauber nicht in sengend heißer Grelle raubt jede Anmut, jeden Reiz und süße Wonne,
so will auch ich dem Gärtner gleich ein Schutzgebilde mit meiner Hände Macht und mit Gedanken Dir erbauen. Stumm ahnen Deiner Seele Knospen dann die höheren Gefilde, in denen sie geborgen ihren Reichtum können schauen, der auch Dich in Blütenzauber farbenfroh versetzt; und dort erkennest Du die kraftvoll heilende Gewalt, die nicht Dein Innerstes allein mit feinem Tau benetzt, auch außen findest Du Dich wieder in veränderter Gestalt.
Beginnt erst Deine Blüte sich von innen zu verwandeln in die edle Frucht, die darin eingeschlossen, so kannst in einem neuen Geist Du handeln, der von Anbeginn ins Herz Dir war gegossen.
Und in diesem Geist formt sich ein neuer Wille, der Dein Fühlen zu Empfindsamkeit hin führt, das nicht erneut sich bergen muss in rauer Hülle, doch das von Mitgefühl verletzlich wird berührt.
Ist so die Frucht dann ganz gereift, so kann sie vollends mit Entzücken dem Leben, das voll Sehnsucht nach ihr greift, hingeben sich mit ganzen Stücken.
Die Wunden und die Kerben, die das Leben Dir mit Rohheit einst hat zugefügt, sind im Verborgnen durch ein göttlich Weben gewandelt, wo ein Mensch Dich hat geliebt,
so dass Du nun mit herber Süße eine ganz besondre Frucht geworden, aus der fortan die Überfülle fließe, aus der Dein Reichtum möge überborden.
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