Naturbilder

Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Was die Natur aber außer solchen Weisheiten sonst noch Wunderbares zu bieten hat, können Sie in der folgenden kleinen Fotogalerie betrachten - eine kleine Einstimmung in das, was die Natur auch für das Gesunden an Körper, Seele und Geist bereithält.




 



Leben heißt: im Fluß sein

Immer schon faszinierte die Menschen die Kraft des fließenden Wassers. Sei es nun der Wanderer, der im kühlen Waldesgrund am rauschenden Bache die Mühle klappern hört, oder der stille Betrachter, der den muntren Bach über Felsen und Steine dahinplätschern sieht, oder ein Mensch, der sich einfach in den Anblick des schäumenden Elements Wasser meditativ versenkt - immer schon war das Wasser ein Symbol für Bewegung, Flexibilität, Reisen, Unterwegssein, Vorwärtskommen.





Über Stock und Stein

Wenn sich uns ein mächtiges Hinderniss in den Weg stellt, resignieren wir oft allzu schnell. Wir warten, bis es uns einer aus dem Weg räumt oder versuchen selbst, dagegen anzukämpfen. Nicht selten scheitern wir daran, die riesigen Felsbrocken, die auf unserem Lebensweg liegen, beiseite zu räumen. Unglaubliche Energie wenden wir auf, um Hindernisse zu beseitigen, oft ohne Erfolg. Wieviel könnten wir da vom Wasser lernen? Es hüpft, plätschert und springt einfach darüber hinweg oder höhlt und schleift selbst mächtige Gesteine durch unablässiges Tropen und Fließen, mit Ausdauer und Geduld gelingt ihm das. Das Wasser ist beweglich und passt sich ständig an. Es kämpft nicht da, wo es keinen Sinn hat, sondern fließt so, wie es die Landschaft vorgibt oder verändert die Landschaft selbst, wenn es nötig ist. Wir könnten einiges lernen: lassen wir doch die Hindernisse, die zu groß sind, dort, wo sie liegen, und gehen einfach herum, suchen uns einen neuen Weg, betrachten sie als schöne Bestandteile unserer Umgebung. Oder lernen wir Geduld und Beständigkeit, wenn wir nicht um das Hindernis herum kommen und sehen schwere Lebensaufgaben als Herausforderung, selbst zu wachsen. Denn steter Tropfen hölt den Stein -, und als lange aufgestaute Kraft kann Wasser Mächtiges bewirken. Es kann dann vielleicht auch große Brocken aus dem Weg räumen.
In der Therapie geht es oft darum, die eigene Flexibilität wieder zu erkunden, mit ihr spielerisch neue Erfahrungen zu machen, ihren Wert zu entdecken. Alte Muster verhindern oft, dass neue Wege erkannt und gegangen werden können und die alltäglichen Probleme türmen sich dann zu scheinbar unüberwindlichen Felsbrocken. Aber nicht selten geht es auch darum, wieder Vertrauen in die eigenen Kräfte und Möglichkeiten zu gewinnen, neue Herausforderungen anzunehmen und bislang unmöglich Scheinendes zu stemmen.
Aber selbst, wenn ein Schicksal unabwendbar ist oder scheint, macht es oft großen Sinn, sich damit zu versöhnen und eine innere Wachstumschance darin zu erkennen, sozusagen den inneren Felsbrocken zu überwinden und in seiner Persönlichkeit zu erstarken.





Ohne Verblühen keine Frucht

Blühen und Verblühen sind Vorgänge, die wir fast das ganze Jahr in der Natur wahrnehmen können. Immer wieder beobachten wir, dass nach kürzester Zeit schon wieder vergilbt und verwelkt ist, was gestern noch in voller Blüte stand. Aber wir freuen uns, wenn sich aus den Blüten reiche Frucht gebildet hat. Einer Kürbisblüte würde man kaum ansehen, dass sich einmal eine so mächtige Frucht aus ihr entwickelt, dass man sie kaum tragen kann.
Altes vergeht und scheint unwiederbringlich verloren. Der Verlust mancher liebgewordenen Dinge, an die wir unser Herz gehängt haben, schmerzt uns oft tief - so wie uns auch das Verwelken einer schönen und seltenen Blume, auf deren Aufblühen wir uns schon lange gefreut haben, betrübt. Manche Krankheiten, manche verlorenen Freundschaften, manche Menschen, die der Tod fortreißt, rauben uns etwas, was wie ein unwiederbringliches Verblühen anmutet. Gerade in der Begleitung von Menschen ist es mir ein echtes Anliegen, mit den Betroffenen die verborgenen Früchte zu suchen, die nach dem Blühen und Verblühen entstehen wollen und oft erst ansatzweise erahnt werden können. So halten nach meiner Erfahrung auch Krankheiten (die in der Medizin oft mit "Blühen" in Verbindung gebracht werden, z.B. Aufblühen einer Hauterkrankung) nicht selten verborgene Früchte im Innern bereit, die es zu erkennen und zu deren Reife es beizutragen gilt.





Jede Blüte ist einmalig

Keine Blüte gleicht einer anderen, jede ist ein kleines Universum für sich. Jede Blüte ist einmalig und hat ihre eigene Schönheit. Gerade in Zeiten der Krankheit und Krise empfinden viele Menschen den Druck von außen, sei es in der Gesellschaft, in Arbeit und Beruf, ja selbst in der Familie und in der Partnerschaft als eine Belastung, die den Einzelnen gleichschalten und in Schemata einpassen will. Heute ist der funktionierende Mensch gefragt, der, der den allgemeinen Anforderungen als Chef, Arbeitnehmer, Mutter, Partner u.s.w. am besten entspricht. Leistung und Anpassung, Stressresistenz und Fähigkeit, dauernd zwischen verschiedensten Rollen zu wechseln, sind die Topwerte, nach denen die Menschen heute bewertet werden und die oft die Individualität des Einzelnen bedrohen und an den Rand drängen. In der Krankheit und Lebenskrise schreit die Seele des Menschen nicht selten nach Hilfe, nach Einhalt, nach Innewerden. Die Seele ist darauf bedacht, die individuellen Anlagen so gut wie möglich im Leben zu entwickeln. Oft genug kann sie das auch sehr gut durch äußere Herausforderungen und gewisse Schwierigkeiten erreichen. Aber wenn die Waage kippt und kaum mehr Zeit zum Innehalten bleibt, keine Momente des Abschaltens, des Rückzugs, des Abwägens und Neuorientierens mehr möglich sind, dann geht ein wesentlicher Teil des Menschseins verloren.
In der Begleitung sehe ich es auch als wesentliche Aufgabe an, Menschen einen Raum zu eröffnen, um die eigene individuelle Wesensnatur (wieder) zu finden. Die Knospen der eigenen unverwechselbaren Individualität, die in der Seele noch verborgen ruhen, wollen gesehen, gegossen und gepflegt werden, damit sie erblühen und dereinst auch Frucht bringen können.